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Zwei Jungen schwimmen gemeinsam ins Meer hinaus, doch nur einer kehrt zurück. Diese Tragödie prägt ein ganzes Küstendorf. Als Jahre später – exakt am Jahrestag des Unglücks – auch der überlebende Junge verschwindet, beginnt die Spurensuche. Alle Fäden führen zurück in die Vergangenheit und stellen die tiefe Freundschaft der beiden Mütter auf eine harte Probe. Welche Geheimnisse wurden jahrelang verschwiegen? Und was geschah damals wirklich in den Wellen?
Lucy Clarke versteht es meisterhaft, falsche Fährten zu legen und Indizien raffiniert im Sand verlaufen zu lassen. Das macht diesen Spannungsroman zu einem echten Pageturner. Das Ende lässt einen nach Luft schnappen und zwingt zur moralischen Frage: Wie hätte ich selbst gehandelt?
"The Happiness Blueprint" ist eine Liebesgeschichte mit geschickt eingeflochtenen ernsten Themen. Klara hat Diabetes, sowie leicht autistische Züge und soll ihrem Vater in Schweden helfen. Dieser hat Krebs und während seiner Behandlung soll Klara kurzerhand die kleine Baufirma unterstützen. Natürlich verläuft dies alles nicht ohne Zwischenfälle und schnell müssen Lösungen her. Da trifft es sich gut, dass Alex, der neue Mitarbeiter, ein Organisationstalent ist. Dieser hat jedoch noch eine andere Baustelle, nämlich die Trauer um seinen verstorbenen Bruder. Zum Happy End gehört daher ein grösserer Umweg …
Die fein verwobenen Details über Diabetes, Autismus und Trauer vermitteln zwar eine gewisse Schwere, doch Ally Zetterberg gelingt trotzdem eine lustige, leichte Liebesgeschichte. Auch die starken Frauenfiguren heben sich ab. Eine Lektüre voller Witz, Herz und Frauenpower.
Als sein Vater im Sterben liegt, fliegt Gadi aus der Schweiz nach Isreal. Sein Vater hinterlässt ihm ein Tagebuch und äussert einen letzten Wunsch: Die Hälfte seiner Asche soll in den Tigris gestreut werden. Die Tagebucheinträge des verstorbenen Vaters verknüpfen sich mit der Wirklichkeit und die Reise nach Bagdad wird mit seinen Erinnerungen ausgeschmückt.
Aufgrund der Thematik der Judenverfolgung und des Nationalsozialismus erzeugt das Buch eine gewisse Schwere, die jedoch durch die poetische, blumige Sprache aufgelockert wird. Eine lehrreiche, eindringliche und sprachlich unvergleichliche Lektüre. So präsentiert sich das neueste Buch des irakisch-schweizerischen Schriftstellers und Übersetzers Usama Al Shahmani.
Medea, eine Figur der griechischen Mythologie, deren Geschichte viele Gesichter hat. Sie macht ihrem Beinamen «Hexe von Kolchis» gleich zu Beginn alle Ehre, indem sie ihren Bruder in ein Schwein verwandelt – in meinen Augen zu recht, denn nicht nur ihr Vater quält sie, sondern auch ihr Bruder. Dadurch offenbart sich ihr Potential: Sie ist mächtig, aber noch immer beeinflusst von ihrem Vater. Bis Jason auftaucht, der Anführer der Argonauten, in den sie sich verliebt und der ihr die Freiheit bringen soll.
Besonders gefallen hat mir bei der Interpretation dieser Sage die Beschreibung von Medeas Magie und ihre Verbindung zu Hekate, der Göttin der Nekromantie. Wer sich etwas in der griechischen Mythologie auskennt, wird auch auf alte Bekannte stossen: Odysseus, das begehrte goldene Vlies, Circe oder auch Theseus. Medea, eine ambivalente Figur, die hier versucht, aus einem Leben auszubrechen und mit ihren (durchaus auch brutalen) Entscheidungen zurechtzukommen. Wie hätten Sie sich entschieden, wenn Sie über eine so grosse Macht verfügten wie Medea?
Als Cosy Fantasy Romance wird das Buch beschrieben und ja, der Anfang startet wunderbar gemütlich in einer Buchhandlung. Doch es steht eine Prüfung an, die jede Hexe an ihrem 30. Geburtstag angehen muss und ab da nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Bella muss sich über einiges klar werden und dabei gibt es Geheimnisse, Verrat, Intrigen und jede Menge Magie. Da bleibt gar nicht mehr viel Zeit für eine romantische Beziehung, was ich aber überhaupt nicht vermisst habe.
Ein actionreiches Fantasyabenteuer, bei dem vieles ans Licht kommt und das ich aufgrund von Bella sehr mochte – sie versucht nämlich ihre magischen Fähigkeiten vor den Menschen ohne Magie zu verbergen, ganz so, wie es verlangt wird. Doch kann das gut gehen, wenn selbst die beste Freundin nicht weiss, dass sie eine Hexe ist?
Anna wagt einen Neuanfang in einem kleinen Fischerdorf in Schottland. Doch auch zweite Chancen haben es in sich und so muss sich Anna den rauhen Wellen stellen, die sie immer wieder umspülen. Doch zum Glück wird in Crovie das Gemeinschaftsgefühl hoch geschätzt, was Sharon Gosling wunderbar zu vermitteln vermag. Und auch das Essen spielt eine grosse Rolle, denn Anna eröffnet kurzerhand ein Pop-up-Restaurant.
Ein Buch für all jene, die Wohfühlbücher lieben, sich gerne kulinarisch verwöhnen lassen und auch vor grossen Gefühlen nicht zurückschrecken. Absolut lesenswert und eines meiner persönlichen Lesehighlights 2023.

