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Volketswil
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Zentralstrasse 21
8604 Volketswil
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Elizabeth H. Winthrop, Mercy Seat , C.H. Beck Verlag

Louisiana 1943, ein junger Schwarzer soll hingerichtet werden, das Urteil ist ein Skandal, alle wissen es, aber kaum jemand schert sich darum. In kurzen Kapiteln, aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt Elizabeth H. Winthrop vom Schicksal des jungen Will, dessen einziger Fehler es war, sich in ein weisses Mädchen zu verlieben. Eine Tatsache, die absolut nicht sein durfte und der in dieser Zeit in den Südstaaten der USA unbedingt ein Riegel vorgeschoben werden musste. Sehr intensiv schildert die Autorin die Gefühle und Handlungen all jener Personen, die irgendwie mit Wills Schicksal zu tun haben. Das sind so unterschiedliche Menschen, wie z.B. der Sohn des Staatsanwalts, der die Todesstrafe gefordert hat, Wills Vater oder ein Paar, das in der Nähe, wo Will hingerichtet werden soll eine Tankstelle betreibt. Je länger man liest, desto beklemmender und intensiver wird der Text. Rassismus, Hass, Ignoranz, Nächstenliebe, Zivilcourage und Mut liegen um Teil so nah zusammen, dass man manchmal fast nicht mehr weiss, wo das eine aufhört und das andere anfängt. Eine grandiose Geschichte, die unter die Haut geht.


Wolfram Fleischhauer, Das Meer, Droemer Verlag

Thriller der Extraklasse: Umweltaktivisten legen sich mit den Machenschaften der internationalen Fischerei Mafia an.Teresa ist Fischereibeobachterin und kontrolliert auf Trawlern den Fang. Ein an und für sich schon gefährlicher Job. Doch zusätzlich hat sie sich auch noch einer illegalen Umweltorganisation angeschlossen, die die frisch gefangenen Fische vergiften, um so die Menschen vor weiterem Fischerverzehr abzuhalten. Das geht nicht lange gut, sie wird erwischt und dann gezwungen brisante Informationen zu verraten.

Fleischhauer erzählt total spannend und von verschiedenen Warten aus, schildert die Ohnmacht und Schwerfälligkeit der Kontrollorgane der EU, die Ignoranz gewisser Beamten, die Machenschaften der Politik und auch wenn die Geschichte so reine Fiktion ist, ist sie nur eine Haaresbreite von der Wahrheit entfernt, und das macht die Lektüre gerade nochmals eindrücklicher und grausiger.


Szczepan Twardoch, Der Boxer, Rowohlt Verlag

Ein Roman wie eine Monsterwelle: Packend, roh, brutal, erzählgewaltig

Polen 1937, der Nationalsozialismus ist gerade im Aufschwung.

Im Warschauer Gangstermilieu tun sich die Erzfeinde, die Katholiken und die Juden gegen die Nazis zusammen. Jakub Shapiro arbeitet als rechte Hand für den Mafiaboss Jan Kaplica. Er treibt Schutzgelder ein, bringt säumige Schuldner um, box, trinkt und verbreitet Angst und Schrecken im Viertel. In der Erinnerung von Moisez Bernstein lebt der sagenumwobene Unterweltskönig Shapiro wieder auf. Doch was stimmt mit Bernsteins Gedächtnis nicht? Warum ist er sich immer wieder unsicher, ob und wie genau die Dinge damals geschehen sind? Die Auflösung dieses Rätsel ist so genial wie einmalig und katapultiert diesen Roman in die oberste Liga zeitgenössischer Literatur.


Steven Amsterdam, Einfach gehen, Unionsverlag

Amsterdam hat das Thema Sterbehilfe in einen Roman verpackt, der nicht nur ernsthaft und berührend, sondern auch witzig und unterhaltsam ist.

Evan ist Krankenpfleger und in seinem neuen Job ist er Sterbebegleiter bei einem staatlichen Versuchsprojekt. Doch nicht nur beruflich hat Evan mit dem Tod zu tun, auch seine überaus lebenslustige Mutter ist todkrank. Wird er ihr am Ende beim Sterben helfen' Und lässt Evan sich von seinem Freunden Lon und Simon beim Leben helfen?

Amsterdam ist Palliativpfleger und man merkt, dass er aus erster Hand weiss, von was er schreibt. ER schafft es auch, der Geschichte eine Leichtigkeit zu geben ohne dass das der Ernsthaftigkeit des Themas schadet. Dass er ausserdem darauf verzichtet, moralische und ethische Antworten zu liefern macht die Lektüre um so eindringlicher.